Fotopreis: Iran-Bild ist World Press Photo 2009
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Italienischer Sieger beim weltweit wichtigsten Preis für Fotojournalismus: Pietro Masturzo hat das World Press Photo 2009 geschossen. Sein Bild zeigt iranische Frauen in Teheran, die von einem Hausdach aus ihren Protest gegen Präsident Ahmadinedschad in die Nacht rufen. Auch ein Deutscher wurde ausgezeichnet — und die grauenhaften Fotos einer Steinigung.
Pietro Masturzos World Press Photo 2009 ist Teil der Serie „From the rooftops of Tehran“, die die nächtlichen Proteste auf gegen die Wahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf den Dächern Teherans dokumentiert. Die Fotostrecke wurde auch mit dem ersten Preis in der Kategorie „People in the News, Stories“ geehrt.
„Das Foto zeigt den Anfang von etwas, den Anfang einer großen Geschichte“, sagte Jury-Vorsitzende Ayperi Karabuda Ecer über die Auswahl des Siegerbildes. „Es bewegt sowohl visuell als auch emotionell, und ich mochte es von Anfang an.“ Jury-Mitglied Guy Tillim ergänzte: Das Foto sei ein guter Versuch, Menschen in der Konfliktsituation zu portraitieren, gleichzeitig zu zeigen, wie sie ihr Leben weiterleben und so dem Konflikt einen Kontext zu geben – „und das ist der heilige Gral der Fotografie“, sagte Tillim. Kate Edwards aus der Jury lobte, das Bild ziehe den Betrachter in sich hinein und rege zum Weiterdenken an.
„Der grauenhafteste Anblick meines Lebens“
Schockierende Bilder zeigt die Fotostrecke „Stoned to death“, Zweiter in der Kategorie „General News, Stories“. Zu sehen ist eine Steinigung in Somalia. Auf die Frage, warum er die Fotos gemacht habe, sagte Fotograf Farah Abdi Warsameh der Bild am Sonntag: „Weil ich der Welt zeigen wollte, was in meinem Land passiert, das seit 20 Jahren in Bürgerkrieg und Anarchie versinkt.“ Die militante Gruppe Hizb Al-Islam habe ihn an den Schauplatz eingeladen, ohne zu sagen, was ihn dort erwarte. „Ich habe schon viele grausame Szenen gesehen, auch Hinrichtungen mit Schusswaffen und Messern. Aber das war der grauenhafteste Anblick meines Lebens“, sagte Warsameh.
Aus Deutschland wurde der Fotograf Peter Bialobrzeski für seine Serie „Urban jungles“ mit dem zweiten Preis in der Kategorie „Natur, Stories“ geehrt. Insgesamt vergab die Jury Preise in zehn Themenkategorien, die jeweils noch einmal in Einzelbild und Fotoserie unterteilt sind. 5847 Fotografen aus 128 Ländern hatten 101960 Fotos eingereicht.
Die Preisverleihung findet Anfang Mai in Amsterdam statt, wo ab dem 23. April auch die World-Press Photo Ausstellung startet.
Ein Klick auf die Bilder über dem Artikel startet eine Fotostrecke mit 20 der World Press-Photo Siegerbildern.
Links:
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Putin und der Pinguin: Die fünf besten World-Press-Photo-Interviews 07/08
Siegerbilder: Das sind die World Press Photos des Jahres 2008

