Lochkameras zum Ausdrucken

Fotoaperrate Marke Eigenbau: Am vergangenen Sonntag war Welttag der Lochkamera. Passend dazu bietet der Bildagentur-Riese Corbis nett gestaltete Lochkamera-Bausätze zum Gratis-Download an. Die muss man nur noch ausdrucken, ausschneiden und mit etwas Bastelequipment zusammenbauen.

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Timo Nowack: Männer aus Stahl

Timo Nowack

© Timo Nowack

→ Fotostrecke: 4 Bilder

„Sie sind die Könige unter den Kirmesarbeitern: Die Malocher an der Achterbahn brauchen gerade einmal zwei oder drei Tage, um einen Vierer-Looping auf- oder abzubauen. Die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa und sprechen kaum ein Wort Deutsch, abgesehen von ein paar Arbeitskommandos. Wie niedrig ihr Stundenlohn für diese Knochenarbeit ist, bleibt ihr Geheimnis. Die Fotos zeigen bewusst keinen klar erkennbaren Kirmeskontext. Auf lange Sicht soll so eine Serie von Arbeiterportraits aus verschiedenen Branchen entstehen, die bruchlos nebeneinander stehen und die Arbeit und Arbeiter an sich zeigen. Die Bilder hier sind im August 2006 auf der Cranger Kirmes in Wanne-Eickel im Ruhrgebiet entstanden.“

Timo Nowack studiert Journalismus in Hamburg, arbeitet als freier Autor und ist Herausgeber von Flare. Seine fotografische Leidenschaft gilt Street-Bildern in Schwarzweiß.

G+J Photo Award – die Siegerehrung

Verena Brandt

© Verena Brandt

→ Fotostrecke: 10 Bilder

Die Gewinner stehen fest: Aus mehreren tausend eingesandten Fotos hat die Jury des Gruner + Jahr Photo Awards zehn Arbeiten ausgewählt und prämiert. Eine Kategorie blieb jedoch ohne Sieger – die eingereichten Bilder hatten in den Augen der Juroren das Thema verfehlt oder ihren Qualitätsanspruch nicht erfüllt.

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Christine Miertsch: Dorathea

Christine Miertsch

© Christine Miertsch

→ Fotostrecke: 8 Bilder

„… für eine Fotografie, die mehr sein kann als die Darstellung vermeintlicher Realitäten. Denn: ‚Das Ziel der Kunst ist, uns ein Empfinden für das Ding zu geben, ein Empfinden, das Sehen und nicht nur Wiedererkennen ist.’ (Viktor Sklovskij)“

Christine Miertsch, 27, studiert Kunst und Französisch in Bremen. Die Serie „Dorathea“ ist Teil ihrer Abschlussarbeit. Mehr auf christinemiertsch.de

Ausstellungen: 4. Triennale der Photographie in Hamburg

Viel Programm für ein zehntägiges Festival: Die 4. Triennale der Photographie Hamburg zeigt mehr als 80 Ausstellungen – Flare hat fünf davon ausgewählt und besucht. Zu sehen sind die innige Freundschaft zwischen einem Mann und einem Elefanten, fast vierzig Jahre Straßenfotografie aus London und ein Bild wie eine düstere Prophezeiung.

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Paul Hiller: Santa Cruz Beach Boardwalk

Paul Hiller

© Paul Hiller

→ Fotostrecke: 14 Bilder

„Der Boardwalk ist ein mehr als hundert Jahre alter Vergnügungspark am Strand von Santa Cruz in Kalifornien. Bereits 1907 öffnete er seine Tore und ist bis heute geöffnet. Als ich auf meiner letzten Amerika-Reise nachmittags in den Park kam, zog der Himmel gerade langsam zu – für mich das ideale Licht für eine Fotoreportage. Ich mag die alten, heruntergekommenen amerikanischen Fahrgeschäfte, die Farben und Formen, die ich im Park mit meiner Kamera gefunden habe, und diese besondere Stimmung, als sei die Zeit stehen geblieben. Zusätzlich hat mich das Buch ‚Coney Island’ von Peter Ganser inspiriert.“

Paul Hiller, 23, studiert seit 2007 Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine hier gezeigten Bilder sind Scans von analogen Handabzügen. Mehr auf paulmunich.de und Walk of Fame.

Myanmar-Foto gewinnt Pulitzer-Preis

hallo

© Adrees Latif/Reuters

Ein Journalist liegt wehrlos am Boden, über ihm ein Soldat mit Gewehr im Anschlag – ein Foto dieser womöglichen Hinrichtung in Myanmar ist nun mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Weitere Ehrungen vergab die Jury für Enthüllungen aus einem US-Militärkrankenhaus sowie für eine bewegende Fotochronik in einer US-Lokalzeitung.

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Christian Fürst: Megalopolis India

Christian Fürst

© Christian Fürst

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“‘Indien auf dem Weg ins 21. Jahrhundert’, ‘Tata kauft Jaguar’, ‘Indien der Markt der Zukunft’ – Schlagworte, mit denen der Subkontinent heute fast ausnahmslos bedacht wird. Dass halb Indien oder gar drei Viertel des Landes entwicklungstechnisch noch im Mittelalter stecken, unterschlagen die Medien gerne. Ebenso gern wird verschwiegen, dass in dem Riesenland die Zahl der Analphabeten wegen der hohen Geburtenrate ständig wächst und damit auch die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Dass die große Mehrheit eben nicht von der Globalisierung profitiert.

Nach meinem Aufenthalt 1989 habe ich nach 18 Jahren die Mega-Cities Mumbai, Kolkata und New Delhi wieder bereist und ein Indien gefunden, das dem von damals in vieler Hinsicht zum Verwechseln ähnlich sieht. Freunde, die dort seit langem leben, berichten dennoch über die Fortschritte: Die Kaufkraft der Mittelklasse ist gestiegen, man kann heute eine Kaffeemaschine auf dem Markt kaufen, es gibt mehrere private Fluggesellschaften. Man kann reisen. Doch Teile desselben Landes werden von Konflikten zerrissen. Es herrscht offener Aufruhr. Davon hören wir nichts mehr. Es interessiert uns nicht. Und in all diesem Zwiespalt haben die Menschen eines nicht verlernt: zu lächeln.“

Christian Fürst, 61, ist einer der wenigen alten Hasen bei Flare. Er ist schreibender Journalist mit einer Passion für Musik und Fotografie, die ihn rund um die Welt begleitet hat. Menschenfotografie bedeutet für ihn auch immer menschliche Fotografie.

Photonews 4/08: Wahlkampfkunst und Ausgestopftes

Photonews 4/08 Seit wenigen Tagen liegt die Aprilausgabe der Photonews im Zeitschriftenhandel – mit einem umwerfenden Cover, das die 2,80 Euro Kaufpreis schon allein zu rechtfertigen scheint. Doch der Inhalt offenbart Höhen und Tiefen.

Höhepunkt der neuen Photonews ist das Portfolio der amerikanischen Fotografin Carol Golemboski, aus deren Dunkelkammer auch das Titelbild stammt. Im Heft finden sich vier weitere Werke aus ihrer Serie „Psychometry“ – darunter ein Foto eines ausgestopften Nagetiers unter dem Schriftzug „Run, Run, Fast as you can“.

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Susann Probst: Stadtlichter

Susann Probst

© Susann Probst

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„Eigentlich hasse ich Nachtaufnahmen. Die Bilder hier habe ich zuerst nur für eine Schulaufgabe gemacht. Nach den ersten Versuchen fand ich aber Spaß an der Sache und habe nachts immer mal wieder meine Kleinbildkamera herausgeholt. Ich wollte die versteckten Stadtlichter finden, die man unter dem Begriff eigentlich gar nicht vermutet. Daraus ist diese etwas düstere, geheimnisvolle Serie entstanden. Am Ende war ich sehr überrascht von den Ergebnissen: Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Vorstellung so gut umsetzen kann. Spannend finde ich vor allem, dass man solche Ecken in jeder Stadt findet, auch wenn man sie bei Tag nicht direkt erkennt.“

„Wenn man den ganzen Tag an Bilder und Kameras denkt, fällt es leicht, seinen Beruf zu wählen. Wenn man ein leeres Zimmer hat, ist klar, dass es nicht viel Licht zu sehen bekommt außer Rotlicht.“ Susann Probst, 20. Mehr von ihr auf susann-probst.de und im Zimmer117