Foto-Essay von Andreas Herzau: Der Bürgermeister und die Kameras

© Andreas Herzau

 
Im Hamburger Wahlkampf 2008 gab es zwei Arten von Fotos: die von Andreas Herzau und alle anderen. Herzau porträtierte im Auftrag einer Werbeagentur Ole von Beust, den Spitzenkandidaten der CDU. Dabei entschied er sich für eine reportagige Bildsprache in Schwarz-Weiß, aufgenommen auf Kleinbildfilm. Als die Stadt dann vor Wahlkampfplakaten fast überquoll, setzten sich Herzaus Bilder mit Unschärfen, Anschnitten und betont ruhigen Momenten ab von den Standardporträts der anderen Parteien.

Durch die Arbeit kam Herzau ins Grübeln: „Ich habe viel Zeit mit dem Menschen Ole von Beust verbracht und mich irgendwann gefragt, wie sich das wohl anfühlt, wenn man ständig beobachtet und fotografiert wird“, sagt der Fotograf aus Hamburg. So beschloss er, den CDU-Kandidaten zu interviewen und aus seinen Bildern ein Foto-Essay zu machen. „So erhalten die Fotos eine zusätzliche Informationsebene“, sagt Herzau. „Ich wollte eben mehr bieten als nur die Bilder, die eh schon alle von den Plakaten kannten.“

Weitere Foto-Essays von Andreas Herzau gibt’s auf herzauonscreen.com.

Retrospektive in Oberhausen: Thomas Höpker überrascht mit neuen Bildern

Neue Fotos, extra für Oberhausen: Für die Ausstellung in der Ludwig Galerie Oberhausen hat der weltbekannte deutsche Fotograf Thomas Höpker seine Retrospektive aktualisiert. Parallel zeigt Thomas Wolf gewandelte Industrie-Metropolen im Panoramaformat.

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Foto-News #1

Fälschungsvorwürfe gegen „Valkyrie“
Spiegel Online berichtet über Fälschungsvorwürfe gegen die Macher des Stauffenberg-Films „Valkyrie“: Ein historisches Foto des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg soll an das Aussehen von Hauptdarsteller Tom Cruise angepasst worden sein.

Magnum-Fotografen porträtieren Aids-Kranke
Fotografen der Agentur Magnum haben für die Kampagne „Access to Life“ Aids-Kranke porträtiert, die sich mit Medikamenten behandeln ließen – Medikamente, zu denen 95 Prozent der HIV-Positiven keinen Zugang haben. Neun multimediale Foto-Essays aus aller Welt sollen auf das Problem aufmerksam machen.

Festival für jungen Fotojournalismus
Noch bis Sonntag, 22. Juni, läuft das “Lumix Festival für jungen Fotojournalismus” in Hannover. Das Ausstellungsprogramm zeigt in auf dem Expo-Gelände etwa 60 verschiedenen Fotoserien.

Michael Vesen: Hotel

Michael Vesen

© Michael Vesen

→ Fotostrecke: 4 Bilder

Die Fotos sind Teil eines Gruppenprojektes mit fünf anderen Studenten – sechs Fotografen, sechs Charaktere im Hotel und ein Film der Überwachungskamera. Verbindungsglied war eine Putzfrau, die von jedem der Charaktere etwas Zurückgebliebenes fand.

Michael Vesen, 24, ursprünglich aus Köln. 2002 die Fotografie entdeckt, ab 2006 Studium Photojournalismus an der Swansea Metropolitan University in Wales. Hauptsächlich analog. Mehr auf michaelvesen.de

Interview World-Press-Photo-Sieger: „Fotografie an sich ist mir egal“

hallo

© Tim Hetherington, UK, for Vanity Fair: American soldier resting at bunker, Korengal Valley

Der britische Fotograf Tim Hetherington gewann mit seinem Bild eines erschöpften US-Soldaten in Afghanistan den World Press Photo Award. Im Interview mit Flare erzählt er von der Arbeit im Krieg, der Nervosität zu Hause – und warum Fotografie eigentlich ganz einfach ist.

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Zeit Magazin Leben: Die Bilder, die Lügen

Retuschierte Covergirls, professionelle Bildaufhübscher und verzweifelte Analogfotografen – die Digitalisierung hat der Fotografie ihre Glaubwürdigkeit geraubt. Oder etwa doch nicht? Das „Zeit Magazin Leben“ regt in seiner aktuellen Ausgabe zum Nachdenken an.

„Wir verlangen von Fotos bis heute absolute Wahrhaftigkeit – und lassen uns hin und wieder doch gerne belügen.“ Henning Sussebach ist selbstkritisch, wenn er über manipulierte Fotos schreibt. Im Aufmachertext des „Zeit Magazin Leben“ sucht der Kisch-Preis-Träger die Grenze zwischen redlicher Bildbearbeitung und Fälschung. Dabei fragt er sich, ob die Digitalisierung tatsächlich Schuld hat an zunehmender Manipulation.

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Andreas Fankhauser: Abandoned (Part 2) – coloured

Andreas Fankhauser

© Andreas Fankhauser

→ Fotostrecke: 9 Bilder

Serie von zwölf Schwarz-Weiß- und neun Farbfotografien, 6×6cm, New York 2007

„Aufgerissener Asphalt, berstende Leitungen, Stacheldraht, bröckelndes Mauerwerk – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten steht vor dem Kollaps. Dringend benötigtes Geld für die Instandsetzung der Infrastruktur fließt stattdessen in die Kriegsmaschinerie der Vereinigten Staaten von Amerika. Stärke und Macht, die die USA nach außen hin demonstrieren, verwandeln sich im Innern in einen Prozess aus Zerfall und Selbstzweifel.
Nichts bleibt für immer.“

Andreas Fankhauser, 26, mit Vorliebe fürs quadratische Bildformat, schwarz-weiß dominiert. Klassische Streetfotografie, in der ein Hauch von Architektur mitschwingt. Mehr auf sechsmalsechs.com und Abandoned (Part 1).

Ausstellung: Tête à tête mit Henri Cartier-Bresson

Ob Marilyn Monroe, Pablo Picasso oder der Dalai Lama – Henri Cartier-Bresson hat sie alle porträtiert. Doch der Franzose, der als Ikone der Straßenfotografie gilt, wollte sein Gegenüber nie inszenieren. Stets war er auf der Suche nach dem perfekten ungestellten Augenblick. Etwa hundert seiner Porträts sind nun in der Ausstellung „Tête à tête“ in Münster zu sehen.

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Dennis Halbeck: 1. Mai

Dennis Halbeck

© Dennis Halbeck

→ Fotostrecke: 8 Bilder

„Die Fotoserie entstand am 1. Mai in Nürnberg, wo etwa 3000 Menschen gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD protestierten. Viele der linken Gegendemonstranten versuchten, an einer der zahlreichen Straßensperren den Aufmarsch der Neonazis zu stören, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt. Teile der Serie verwende ich für mein Hausarbeitsthema ‚Ordnung’.“

Dennis Halbeck, 21, ist zurzeit Zivildienstleistender und ab Oktober voraussichtlich Student im Fach Kommunikationsdesign. Mehr von ihm auf halbeck.org

Nackte, auf nach Wien!

Erst Kunst, dann Fußball: Bevor im Sommer die EM-Kicker ins Wiener Ernst-Happel-Stadion einziehen, werden Freiwillige zum Massenaktfoto gebeten. Der New Yorker Fotograf Spencer Tunick will hier am 11. Mai eine nackte Menschenmenge fotografieren. Das Stadion hat über 50.000 Plätze – also auf nach Wien!

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