Ausstellungen: Schatten über der Wildnis

Seine Tierbilder wirken perfekt inszeniert, wie ausgefeilte Portraits von Menschen. Doch Nick Brandt macht seine Fotos ungestellt in den Savannen Ostafrikas – mit einer Mittelformatkamera und viel Geduld. Zwei Ausstellungen zeigen nun seine Bilder.

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Camping in Kabul, Teil V: Milchkuh, Golfball und Kalaschnikow

© Michael Obert

Zu Gast in Absurdistan: Reisejournalist Michael Obert lernt im fünften und letzten Teil von „Camping in Kabul“ drei Dinge. 1. Hilfsorganisationen sind wie Kühe, die ihre eigene Milch trinken. 2. Afghanen sind die besten Golfer der Welt. 3. Mit einem deutschen Pass bekommt man selbst von einem Mann mit Kalaschnikow Pepsi serviert. → Artikel lesen

Camping in Kabul, Teil IV: Osama bin Laden vom Vogelbazar

© Michael Obert

Auf dem Vogelbazar von Kabul passiert Reisejournalist Michael Obert das Unfassbare – er trifft Osama bin Laden. Dabei lernt er, dass in Afghanistan das Wort für alles Schreckliche mittlerweile „Guantanamo“ heißt. Und schließlich muss Obert sich die Frage stellen, warum er beim Packen nicht an seine Badehose gedacht hat. → Artikel lesen

Camping in Kabul, Teil III: „Passen Sie bloß uff sich uff, Mensch!“

© Michael Obert

Seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 ist wieder Camping in Kabul angesagt. Dieses Mal hinter Stahlbeton, Sandsäcken und Stacheldraht. Reisejournalist Michael Obert fragt sich, ob die Touristen hier todessehnsüchtige Adrenalin-Junkies sind – und trifft einen deutschen Soldaten, der es nur schwerlich verkraftet, einem unbewaffneten Landsmann zu begegnen. → Artikel lesen

Camping in Kabul, Teil II: „Jeder Hippie liebte meinen Super Payan Camping“

© Michael Obert

Paschtunen mit Nachthemd und Kalaschnikow, Touristen mit dem Lonely Planet Afghanistan – Michael Obert hat sich nach seiner Ankunft in Kabul an einiges gewöhnt. Jetzt trifft er einen Minister, der damit leben muss, dass zwei seiner drei Vorgänger umgebracht wurden. Und das in der Stadt, die einst Camping-Station für 90.000 Hippies war. → Artikel lesen

Camping in Kabul, Teil I: Afghanistan – druckfrisch von Lonely Planet

© Michael Obert

30 Jahre nachdem die Hippies auf ihrem Weg nach Indien durch Kabul reisten, ist der Tourismus in der afghanischen Hauptstadt wieder erwacht. Trotz Krieg, Krisen und Entführungen. Zwischen Japanern mit Kameras und Paschtunen mit Kalaschnikows fühlt sich Reisejournalist Michael Obert wie im absurden Theater. Wäre da bloß nicht der verdammte Kabul-Husten. → Artikel lesen

Ankündigung: Camping in Kabul

© Michael Obert

Michael Obert geht durch Kabul und erblickt ein Schild: „Fahrradverleih, Autoverleih, Sicherheitsdienste mit bis zu 3000 bewaffneten Männern.“ Es soll nicht die einzige Überraschung bleiben, die der deutsche Reisejournalist in der Hauptstadt von Afghanistan erlebt. Oberts Reportage „Camping in Kabul“ ist bisher in seinem Buch „Die Ränder der Welt“ und in „The Journal“ (New York) abgedruckt worden. Wir freuen uns, die Geschichte in Text und Bildern nun online präsentieren zu dürfen. In den kommenden Tagen wird „Camping in Kabul“ in Deutsch und Englisch in fünf Teilen auf Flare erscheinen.

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Henning Kretschmer: Calavera Queens

© Henning Kretschmer

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„Die Bilder sind in Deutschlands erstem Burlesque Club, dem Queen Calavera in Hamburg entstanden. Um das Publikum zu unterhalten, spielen die Burlesque-Tänzerinnen in ihren Shows immer wieder unterschiedliche Charaktere. Mich interessieren die Personen, die dahinter stecken.

Zuerst hatte ich für eine andere Serie nur ein Portrait gemacht. Das hat mir aber so gut gefallen, dass ich angefangen habe, weitere Tänzerinnen zu portraitieren. Mittlerweile begleite ich manche von ihnen auch außerhalb der Shows mit der Kamera. Die Serie ist noch in Arbeit und wird wohl Ende des Jahres fertig werden.“

Henning Kretschmer, Jahrgang 1985, studiert Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg. Mehr von ihm gibt’s hier.

Kommentar: Die unsichtbaren Köpfe vom „Spiegel“

Sie ist jung, schön und blickt den Leser direkt an. Zusammen mit drei anderen ziert Amrai Coen das Cover des aktuellen „Spiegel“. Der Titel: „Wir Krisenkinder“. Im Editorial ist zu lesen: „Das Titelbild zeigt vier junge Deutsche, die für ihre Generation stehen: die Praktikantin Amrai Coen, 22 (im Vordergrund), die Friseurin Siiri Pflughaupt, 23, Ibadet Ramadani, 32, Sängerin der Band Super700, und den Aktivisten Jan-Ole Arps, 30.“

In der dazugehörigen Titelgeschichte „Die Krisenprofis“ kommen jedoch nur zwei der vier Titelmodelle zu Wort. Die Sängerin Ramadani und die groß abgebildete Praktikantin Coen finden in der Geschichte keinerlei Erwähnung, nicht in einem Satz, nicht mit einem Zitat.

Man könnte denken, das versinnbildlicht die Geschichte. Denn es geht um die 20- bis 35-jährigen Deutschen, eine Generation, die dem Artikel zufolge frei von Ideologie ist, sich nie beschwert und eigentlich unsichtbar ist. „Es gibt keine Köpfe, an die man denken kann, wenn man an sie denkt, es gibt niemanden, der für sie spricht“, heißt es da. → Artikel lesen

Timo Nowack: Sechs Fäuste für Neukölln

Timo Nowack

© Timo Nowack

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“Ich fotografiere gerne raue Typen. Kirmesarbeiter, Fischer, Demonstranten, die von Polizisten zu Boden gedrückt werden. Am liebsten in schwarz-weiß. Im Herbst 2007 war ich in Berlin auf der Suche nach einem Reportagethema. Ich entschied mich, harte Typen in einem harten Stadtteil zu fotografieren: Boxer in Neukölln. Nach dem Training der Männer kamen drei junge Frauen in die Halle. Als ich sie im Ring sah, wusste ich, was mein wirkliches Thema ist.

In den folgenden drei Wochen begleitete ich Yana Kultysheva und die Schwestern Helena und Natali Kalinowski beim Training und bei den Deutschen Amateurmeisterschaften, die gerade stattfanden, ohne dass ich vorher davon gewusst hätte. Glück muss man eben haben. Alle drei Mädchen holten in ihrer Gewichtsklasse den Titel. Warum es in der ganzen Serie kein Foto von den Meisterboxerinnen in Siegerpose gibt? Weil ich am Finaltag zu einer Hochzeit musste, privat. Es kann ja nicht alles klappen.

Aber das ist auch gar nicht so wichtig. Eigentlich bin ich Schreiber. Doch in diese Serie habe ich mehr Zeit und Arbeit investiert als in jede Textreportage. Und auch wenn Siegerfotos ebenso fehlen wie eine starke Detailaufnahme, mag ich die Strecke als Gesamtwerk mehr als fast alle meine Artikel. Besonderer Dank dafür geht an die drei Boxerinnen, ihren Trainer sowie die beiden Fotografen Sebastian Bolesch und Marc Steffen Unger.”

Timo Nowack, Jahrgang 1980, arbeitet als Textjournalist in Leipzig und ist Gründer und Betreiber von Flare. Seine eigenen Fotos mag er in schwarz-weiß am liebsten.

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