„Wahrheit in der Inszenierung“

Zwei neue Ausstellungen in der Galerie C/O Berlin zeigen Frauen-Bilder, die ihre wahre Aussage erst auf den zweiten Blick preisgeben. Nachwuchstalent Ivonne Thein schockiert mit einer Serie über das krankhafte Streben nach extremer Schlankheit, Starfotografin Bettina Rheims inszeniert glamourös-obszön.

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Yannic Schon: 0:07 Uhr

Yannic Schon

© Yannic Schon

→ Fotostrecke: 9 Bilder

„Du sitzt in der S-Bahn und es wird Mitternacht. Links und rechts von dir beginnt es zu explodieren. Feuerwerkskörper werden gegen dein Fenster geworfen und in deinem Wagon fallen sich alle um den Hals, singen und lassen Musik aus ihren Handys. Von links kommt ein seltsamer Kerl und bietet dir seine Sektflasche an. Die Tür geht auf und die Welt draußen scheint im Ausnahmezustand zu sein. – Ich nehme die Leica aus meiner Tasche und fange an zu fotografieren …“

Yannic Schon, 24, steht kurz vor seiner Gesellenprüfung zum Fotografen. Handgemachte Schwarzweiß-Fotografie ist seine Poesie. Er ist Mitgründer der Galerie Zimmer117

Recht so

Bilderklau ist ein großes Problem für viele Fotografen im Internet. Mitarbeiter von Agenturen, Redaktionen und Gewerbebetrieben kopieren ohne zu fragen Fotos aus dem Netz und nutzen sie auf Plakaten, Broschüren und Zeitschriften – und vergehen sich so am Urheberrecht der Künstler. Doch was bedeutet das genau? Wie unterscheiden sich Urheberrecht und Copyright? Was ist geistiges Eigentum? Wie lange ist mein Werk geschützt und sind meine Rechte daran übertragbar? Wer heute Fotos, Texte, Musik oder ähnliches veröffentlicht, kommt nicht umher, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen – und findet nun einen guten Überblick im neuen Dossier „Urheberrecht“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

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Paul Hiller: Walk of Fame

Paul Hiller

© Paul Hiller

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„Der „Walk of Fame“ ist der wohl berühmteste Gehweg in Hollywood. Tausende Touris strömen täglich dort hin, um ihren Stars und Idolen aus der Filmindustrie nahe zu sein – so natürlich auch ich! Aber anstatt einen einzigen echten Star zu finden, habe ich tolle Doubles getroffen. Sie sollen den Touristen ein bisschen Hollywood vorspielen – live und zum anfassen. Dabei präsentieren sie sich ihrem Publikum manchmal schon fast gleichgültig. Kein einziges Mal musste ich um Erlaubnis fragen, um fotografieren zu dürfen.“

Paul Hiller, 23, studiert seit 2007 MedienKunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine hier gezeigten Bilder sind Scans von analogen Handabzügen. Mehr auf paulmunich.de

Gruner + Jahr Photo Award 2008

Noch bis zum 31. März 2008 sucht der Verlag Gruner + Jahr im G+J Photo Award unveröffentlichte Arbeiten von professionellen Nachwuchsfotografen (bis 35 Jahre). Ausgeschrieben ist der Wettbewerb in acht Kategorien mit jeweils unterschiedlichen Themen. Die Gewinner bekommen die Chance, gegen Honorar einen Auftrag unter Profibedingungen zu fotografieren.

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Andreas Fankhauser: Abandoned (Part 1) – black and white

Andreas Fankhauser

© Andreas Fankhauser

→ Fotostrecke: 12 Bilder

Serie von zwölf Schwarz-Weiß- und neun Farbfotografien, 6×6cm, New York 2007

„Aufgerissener Asphalt, berstende Leitungen, Stacheldraht, bröckelndes Mauerwerk – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten steht vor dem Kollaps. Dringend benötigtes Geld für die Instandsetzung der Infrastruktur fließt stattdessen in die Kriegsmaschinerie der Vereinigten Staaten von Amerika. Stärke und Macht, die die USA nach außen hin demonstrieren, verwandeln sich im Innern in einen Prozess aus Zerfall und Selbstzweifel.
Nichts bleibt für immer.“

Andreas Fankhauser, 26, mit Vorliebe fürs quadratische Bildformat, schwarz-weiß dominiert. Klassische Streetfotografie, in der ein Hauch von Architektur mitschwingt. Mehr auf sechsmalsechs.com

G-8-Foto siegt bei Lead Awards

Der G-8-Gipfel in Heiligendamm scheint die visuelle Erinnerung an das Jahr 2007 zu bestimmen. Nachdem schon im Januar ein G-8-Foto beim Wettbewerb „Rückblende“ siegte, ist am Mittwoch nun ein Bild der Proteste beim Medienpreis Lead Awards zum „Foto des Jahres“ gekürt worden.

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MareMagnum

MareMagnumBildbände kosten gerne mal 49,90 Euro, mit etwas Glück findet man einen schönen reduzierten für 19,90 Euro. Jetzt gibt es einen umwerfenden kleinen Bildband für fünf Euro: das Jubiläumsheft der Zeitschrift Mare und der legendären Fotoagentur Magnum – Mare wird zehn Jahre alt, Magnum 60. Darin sind Bilder rund um das Thema Meer von 26 Magnum-Fotografen zu bewundern. Artikel dazu gibt es nicht, nur kleine „Making of“-Texte in Deutsch und in Englisch. Das Heft zeigt Anrüchiges, wie die Serie „Hafenhuren“, und Bewegendes, wie W. Eugene Smiths Bilder vom Chemie-Skandal im japanischen Minamata, für die er brutal zusammengeschlagen wurde.

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