Alle Flare-Galerie auf Flare

Timo Nowack: Männer aus Stahl

Timo Nowack

© Timo Nowack

→ Fotostrecke: 4 Bilder

„Sie sind die Könige unter den Kirmesarbeitern: Die Malocher an der Achterbahn brauchen gerade einmal zwei oder drei Tage, um einen Vierer-Looping auf- oder abzubauen. Die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa und sprechen kaum ein Wort Deutsch, abgesehen von ein paar Arbeitskommandos. Wie niedrig ihr Stundenlohn für diese Knochenarbeit ist, bleibt ihr Geheimnis. Die Fotos zeigen bewusst keinen klar erkennbaren Kirmeskontext. Auf lange Sicht soll so eine Serie von Arbeiterportraits aus verschiedenen Branchen entstehen, die bruchlos nebeneinander stehen und die Arbeit und Arbeiter an sich zeigen. Die Bilder hier sind im August 2006 auf der Cranger Kirmes in Wanne-Eickel im Ruhrgebiet entstanden.“

Timo Nowack studiert Journalismus in Hamburg, arbeitet als freier Autor und ist Herausgeber von Flare. Seine fotografische Leidenschaft gilt Street-Bildern in Schwarzweiß.

Christine Miertsch: Dorathea

Christine Miertsch

© Christine Miertsch

→ Fotostrecke: 8 Bilder

„… für eine Fotografie, die mehr sein kann als die Darstellung vermeintlicher Realitäten. Denn: ‚Das Ziel der Kunst ist, uns ein Empfinden für das Ding zu geben, ein Empfinden, das Sehen und nicht nur Wiedererkennen ist.’ (Viktor Sklovskij)“

Christine Miertsch, 27, studiert Kunst und Französisch in Bremen. Die Serie „Dorathea“ ist Teil ihrer Abschlussarbeit. Mehr auf christinemiertsch.de

Paul Hiller: Santa Cruz Beach Boardwalk

Paul Hiller

© Paul Hiller

→ Fotostrecke: 14 Bilder

„Der Boardwalk ist ein mehr als hundert Jahre alter Vergnügungspark am Strand von Santa Cruz in Kalifornien. Bereits 1907 öffnete er seine Tore und ist bis heute geöffnet. Als ich auf meiner letzten Amerika-Reise nachmittags in den Park kam, zog der Himmel gerade langsam zu – für mich das ideale Licht für eine Fotoreportage. Ich mag die alten, heruntergekommenen amerikanischen Fahrgeschäfte, die Farben und Formen, die ich im Park mit meiner Kamera gefunden habe, und diese besondere Stimmung, als sei die Zeit stehen geblieben. Zusätzlich hat mich das Buch ‚Coney Island’ von Peter Ganser inspiriert.“

Paul Hiller, 23, studiert seit 2007 Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine hier gezeigten Bilder sind Scans von analogen Handabzügen. Mehr auf paulmunich.de und Walk of Fame.

Christian Fürst: Megalopolis India

Christian Fürst

© Christian Fürst

→ Fotostrecke: 6 Bilder

“‘Indien auf dem Weg ins 21. Jahrhundert’, ‘Tata kauft Jaguar’, ‘Indien der Markt der Zukunft’ – Schlagworte, mit denen der Subkontinent heute fast ausnahmslos bedacht wird. Dass halb Indien oder gar drei Viertel des Landes entwicklungstechnisch noch im Mittelalter stecken, unterschlagen die Medien gerne. Ebenso gern wird verschwiegen, dass in dem Riesenland die Zahl der Analphabeten wegen der hohen Geburtenrate ständig wächst und damit auch die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Dass die große Mehrheit eben nicht von der Globalisierung profitiert.

Nach meinem Aufenthalt 1989 habe ich nach 18 Jahren die Mega-Cities Mumbai, Kolkata und New Delhi wieder bereist und ein Indien gefunden, das dem von damals in vieler Hinsicht zum Verwechseln ähnlich sieht. Freunde, die dort seit langem leben, berichten dennoch über die Fortschritte: Die Kaufkraft der Mittelklasse ist gestiegen, man kann heute eine Kaffeemaschine auf dem Markt kaufen, es gibt mehrere private Fluggesellschaften. Man kann reisen. Doch Teile desselben Landes werden von Konflikten zerrissen. Es herrscht offener Aufruhr. Davon hören wir nichts mehr. Es interessiert uns nicht. Und in all diesem Zwiespalt haben die Menschen eines nicht verlernt: zu lächeln.“

Christian Fürst, 61, ist einer der wenigen alten Hasen bei Flare. Er ist schreibender Journalist mit einer Passion für Musik und Fotografie, die ihn rund um die Welt begleitet hat. Menschenfotografie bedeutet für ihn auch immer menschliche Fotografie.

Susann Probst: Stadtlichter

Susann Probst

© Susann Probst

→ Fotostrecke: 5 Bilder

„Eigentlich hasse ich Nachtaufnahmen. Die Bilder hier habe ich zuerst nur für eine Schulaufgabe gemacht. Nach den ersten Versuchen fand ich aber Spaß an der Sache und habe nachts immer mal wieder meine Kleinbildkamera herausgeholt. Ich wollte die versteckten Stadtlichter finden, die man unter dem Begriff eigentlich gar nicht vermutet. Daraus ist diese etwas düstere, geheimnisvolle Serie entstanden. Am Ende war ich sehr überrascht von den Ergebnissen: Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Vorstellung so gut umsetzen kann. Spannend finde ich vor allem, dass man solche Ecken in jeder Stadt findet, auch wenn man sie bei Tag nicht direkt erkennt.“

„Wenn man den ganzen Tag an Bilder und Kameras denkt, fällt es leicht, seinen Beruf zu wählen. Wenn man ein leeres Zimmer hat, ist klar, dass es nicht viel Licht zu sehen bekommt außer Rotlicht.“ Susann Probst, 20. Mehr von ihr auf susann-probst.de und im Zimmer117

Robert Schleder: Autos

Robert Schleder

© Robert Schleder

→ Fotostrecke: 9 Bilder

„Die Bilder sind eine kleine Auswahl aus einer Arbeit über abgestellte Autos in urbanen Räumen, die ich seit 2005 fotografiere.“

Robert Schleder, 27, studiert Fotografie an der HGB in Leipzig.

Yannic Schon: 0:07 Uhr

Yannic Schon

© Yannic Schon

→ Fotostrecke: 9 Bilder

„Du sitzt in der S-Bahn und es wird Mitternacht. Links und rechts von dir beginnt es zu explodieren. Feuerwerkskörper werden gegen dein Fenster geworfen und in deinem Wagon fallen sich alle um den Hals, singen und lassen Musik aus ihren Handys. Von links kommt ein seltsamer Kerl und bietet dir seine Sektflasche an. Die Tür geht auf und die Welt draußen scheint im Ausnahmezustand zu sein. – Ich nehme die Leica aus meiner Tasche und fange an zu fotografieren …“

Yannic Schon, 24, steht kurz vor seiner Gesellenprüfung zum Fotografen. Handgemachte Schwarzweiß-Fotografie ist seine Poesie. Er ist Mitgründer der Galerie Zimmer117

Paul Hiller: Walk of Fame

Paul Hiller

© Paul Hiller

→ Fotostrecke: 5 Bilder

„Der „Walk of Fame“ ist der wohl berühmteste Gehweg in Hollywood. Tausende Touris strömen täglich dort hin, um ihren Stars und Idolen aus der Filmindustrie nahe zu sein – so natürlich auch ich! Aber anstatt einen einzigen echten Star zu finden, habe ich tolle Doubles getroffen. Sie sollen den Touristen ein bisschen Hollywood vorspielen – live und zum anfassen. Dabei präsentieren sie sich ihrem Publikum manchmal schon fast gleichgültig. Kein einziges Mal musste ich um Erlaubnis fragen, um fotografieren zu dürfen.“

Paul Hiller, 23, studiert seit 2007 MedienKunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine hier gezeigten Bilder sind Scans von analogen Handabzügen. Mehr auf paulmunich.de

Andreas Fankhauser: Abandoned (Part 1) – black and white

Andreas Fankhauser

© Andreas Fankhauser

→ Fotostrecke: 12 Bilder

Serie von zwölf Schwarz-Weiß- und neun Farbfotografien, 6×6cm, New York 2007

„Aufgerissener Asphalt, berstende Leitungen, Stacheldraht, bröckelndes Mauerwerk – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten steht vor dem Kollaps. Dringend benötigtes Geld für die Instandsetzung der Infrastruktur fließt stattdessen in die Kriegsmaschinerie der Vereinigten Staaten von Amerika. Stärke und Macht, die die USA nach außen hin demonstrieren, verwandeln sich im Innern in einen Prozess aus Zerfall und Selbstzweifel.
Nichts bleibt für immer.“

Andreas Fankhauser, 26, mit Vorliebe fürs quadratische Bildformat, schwarz-weiß dominiert. Klassische Streetfotografie, in der ein Hauch von Architektur mitschwingt. Mehr auf sechsmalsechs.com