Top Ten unter 30: Ein Jahr später – Teil II
Anfang 2011 haben wir die Top Ten unter 30 gekürt, die zehn besten Jungfotografen Deutschlands. Ein Jahr später erzählen die Sieger, was sie in den vergangenen zwölf Monaten erlebt und erreicht haben. Dazu zeigt jeder drei Fotos, die ihm in diesem Jahr wichtig waren. Teil II: Andy Spyra, Hannes Jung und Torben Weiß.
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“Die ersten sechs Monate war ich ‘on the road’”, erzählt Andy Spyra über das vergangene Jahr. “Im Frühjahr habe ich in Bosnien mein Buchprojekt ‘Echoes and memories’ über die Nachwirkungen des Völkermordes fertiggestellt.”
Ab Mai recherchierte er dann in der Türkei und im Irak für sein neues Langzeitprojekt ‘Christian exodus’ zum Verschwinden der Christen aus dem Nahen Osten.
“Ausserdem habe ich mich mit dem serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic beschäftigt und mit der eskalierenden Flüchtlingssituation an der türkisch-syrischen Grenze”, sagt Andy.
“Anfang August kam es dann zum schönsten Ereignis meines Lebens: Ich bin glücklicher Papa einer wunderschönen Tochter geworden.”
Nach drei Monaten Babypause ging es für Andy weiter nach Äthiopien, Istanbul und von dort zurück in den Irak, wo er einen Fotoworkshop für lokale Fotojournallisten gab.
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Hannes Jung hat 2011 sechs Monate bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hospitiert. “Von lokalen bis zu größeren Reportagen und Aufträgen war alles dabei”, beschreibt Hannes die Arbeit.
Zwei Reportagen haben ihm dabei besonders viel bedeutet: “ Eine über Dietrich Wagner, den Mann der bei den Stuttgart-21-Protesten bei einem Wasserwerfereinsatz sein Augenlicht verloren hat”, sagt Hannes. “Und eine über Krebs in Äthiopien.”
An einer Geschichte über den Hamelner Hafenverein, mit der er den Canon Profifoto Förderpreis gewann, arbeitet Hannes bis heute weiter. Außerdem hat er 2011 beim Martha Höpfner Preis ausgestellt und wird seit Anfang 2012 von der Agentur Laif vertreten.
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“Im Mai ist mein Bildband ‘At home in Iceland’ erschienen”, erzählt Torben Weiß. Dafür fotografierte er Inselbewohner ganz privat in ihrem Zuhause rund um Island. “In Portraits und kurzen Serien hab ich Isländer begleitet, einfache Leute, wie etwa einen alten Fischer in seinem selbstgebauten Holzboot.”
Das andere große Thema 2011 für Torben war Tschernobyl und die Frage, wie die Menschen dort 25 Jahre nach der Atomkatastrophe leben. “Gemeinsam mit einem freien Journalisten habe ich zehn Liquidatoren besucht und sie in ihren Wohnungen portraitiert. Außerdem haben wir Kraftwerksmitarbeiter, Forscher und Experten getroffen“, erzählt er.
“Entstanden sind eine Portraitserie und eine Reportage – ein Auszug ist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen.” Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich auf tragische Weise: Am Tag von Torbens Rückkehr nach Hamburg kam es zur Katastrophe in Fukushima.
Im Januar 2012 wurde dann Torbens erste zweite größere Einzelausstellung “Leben an Darjeelings Teebahn” in der Galerie Bildkultur in Stuttgart gezeigt. Außerdem gewann er mit einer Island-Serie den Rotary Kulturpreis und wird in diesem Jahr durch ein Stipendium der VG Bildkunst weiter an seinem Island-Projekt arbeiten können.
Auch anschauen:
Top Ten unter 30: Ein Jahr später – Teil I mit Lene Münch, Daniel Hofer, Jenny Schäfer und Paul Hiller.









