Top Ten unter 30: Ein Jahr später – Teil I
Anfang 2011 haben wir die Top Ten unter 30 gekürt, die zehn besten Jungfotografen Deutschlands. Ein Jahr später erzählen die Sieger, was sie in den vergangenen zwölf Monaten erlebt und erreicht haben. Dazu zeigt jeder drei Fotos, die ihm in diesem Jahr wichtig waren. Teil I: Lene Münch, Daniel Hofer, Jenny Schäfer und Paul Hiller.
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Sie ist wohl die Aufsteigerin 2011: Nachdem Lene Münch ihre Serie “Ewig treu” über deutsche Burschenschaften bei der Top Ten unter 30 gezeigt hatte, gewann sie mit dieser Arbeit gleich zwei große Preise.
“Bei mir ist einiges passiert im letzten Jahr”, sagt Lene. “Als ich erfahren habe, dass ich unter die ‘Top Ten unter 30′ gewählt wurde, steckte ich mitten in den Vorbereitungen für meine Abschlussarbeit. Die habe ich dann im Juli abgegeben und präsentiert.” Entstanden ist ein Fotobuch mit dem Titel ‘Der Apparat’, das sich mit dem Wesen des bürokratischen Verwaltungsapparats in Deutschland beschäftigt.
“Direkt danach ging es dann nach New York, wo ich seitdem für ein Jahr mit einem DAAD-Stipendium am International Center of Photography studiere”, erzählt Lene. “Im Oktober war ich außerdem eine der 100 Teilnehmer des XXIV. Eddie Adams Workshops in Jeffersonville, New York.”
Mit ihrer Geschichte “Ewig treu” belegte Lene den ersten Platz bei den New York Photo Awards und beim Vattenfall-Fotopreis. Ausgestellt wurde die Serie in der Powerhouse-Arena in New York, im Photographic Centre Peri in Finnland und bei C/O Berlin.
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Für Daniel Hofer stand 2011 eine Arbeit im Mittelpunkt: sein Diplomprojekt “Salar” (“Salzwüste”). Darin beschäftigt er sich mit der bolivianischen Salzwüste Salar de Uyuni und den weltgrößten Reserven des Metalls Lithium dort, die zur wichtigen Einnahmequelle für das arme Land werden könnten.
“Nachdem ich mich mein Studium in Dortmund im Juli abgeschlossen hatte, habe ich mich vor allem darum gekümmert, ‘Salar’ zu Wettbewerben einzureichen und ein Buch zu produzieren – neben anderen Fotojobs, die zum Überleben wohl erstmal nötig sind”, erzählt Daniel. Ausserdem war er mit dem Projekt bei mehreren Ausstellungen vertreten.
“Im Dezember habe ich ‘Salar’ dann in einer Auflage von 100 Büchern selbst produziert und im Eigenverlag herausgebracht”, berichtet er. “Ich war erstaunt, dass ich innerhalb kurzer Zeit bereits die Hälfte der Auflage verkaufen konnte.”
Außerdem ist Daniel im Berufsfotografen-Dasein angekommen und hat jetzt noch größeren Respekt vor Kollegen, die über Jahre hinweg von diesem Job leben. „Es ist ein hartes Geschäft“, sagt er und glaubt: „Es sind nicht nur die Besten, die von der Fotografie leben können – es sind im Schnitt wohl eher die, die ordentliche Arbeit machen und über Jahre den richtige Biss an den Tag legen und sich nicht von den Rückschlägen entmutigen lassen.“
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Höhepunkt für Jenny Schäfer war im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bands. “Das wohl verregnetste Shooting meines Lebens hatte ich mit Vierkanttretlager in Husum”, erzählt sie.
“Es hat den ganzen Tag in Strömen geregnet und ein paar Jungs mussten mir die ganze Zeit mit Regenschirmen zur Seite stehen. Letzendlich sind aber authentische Fotos entstanden, passend zum Albumtitel ‘Die Natur greift an’.”
Wichtig für Jenny war auch ein Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks: “Ich habe mich fotografisch mit der Peripherie von Disneyland Paris auseinandergesetzt”, erzählt sie.
“Außerdem hat mich die Ausstellung Gott ist ein Dreieck in den Gedanken zu meiner Arbeit sehr voran gebracht”, sagt Jenny, “so dass ich im Frühjahr ein Buch-Projekt mit dem Titel ‘Forschung und Leere II’ umsetzen konnte.” Ihre drei Lieblingsbilder des Jahres hier sind aber “eher privater Natur”.
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„In meinen Fotos geht es um Großstadtlandschaften und Konsum-Inszenierungen“, sagt Paul Hiller. „Dafür war ich 2011 viel auf Reisen, in Barcelona, Doha, Tokio und Paris.“ Dabei hat er seine Vergnügungsparkreihe erweitert um Fotos aus dem Tibidabo Park, dem Hanayshiki Amusement Park und dem Kalkar Wunderland.
„Seit Mitte letzten Jahres habe ich nun endlich auch einen eigenen kleinen Atelierraum in München, wo ich in Ruhe meine Fotos bearbeiten und meine Leuchtkästen abstellen kann“, erzählt Paul. „Seit April werden ausgewählte Arbeiten von mir außerdem von einer kleinen Galerie in Frankreich vertreten.“
“Sehr gefreut habe ich mich auch über die Veröffentlichung meiner Bilder in der vierten Und fünften Ausgabe von ‘Der Greif’ und über eine Gruppenausstellung im Kasseler Kunstverein”, sagt Paul.
“Und als Reaktion auf meine Platzierung in der Top Ten unter 30 ist ein Artikel über mich und meine Arbeit im Bayernteil der Süddeutschen Zeitung erschienen.“
Auch anschauen:
Top Ten unter 30: Ein Jahr später – Teil II mit Andy Spyra, Hannes Jung und Torben Weiß.













