Emphas.is: “Helfen, die Welt zu verstehen”

Karim Ben Khelifa

© Flare Karim Ben Khelifa (r.) und Tomas van Houtryve in Zürich

Karim Ben Khelifa ist einer der Gründer und Chef der Plattform Emphas.is. Dort können Fotografen Projekte durch Crowdfunding finanzieren, also durch direkte Zahlungen von interessierten Leuten. So kommen Fotografen und Publikum in direkten Kontakt. Wer ein Projekt unterstützen will, ist ab zehn Dollar dabei. Finanziert werden nur die reinen Kosten – um etwas zu verdienen, müssen die Fotografen ihre Geschichte nachher wie üblich verkaufen.

Die Projekte werden an bis zu 60 Tagen vorgestellt. Kommt in dieser Zeit nicht die benötigte Summe zusammen, gehen die bis dahin gezahlten Gelder zurück an die Unterstützer”

Warum sollte ich auf Emphas.is ein Projekt finanzieren?

Karim Ben Khelifa: Wenn du dich um die Welt sorgst, sie dir wichtig ist und du sie verstehen willst, solltest du zu Emphas.is kommen und Projekte unterstützen. Denn die Fotografen bei Emphas.is können dir helfen, die Welt zu verstehen. Magazine und Zeitungen informieren dich, aber wir wollen dich einbinden. Emphas.is funktioniert nicht nach einem einseitigen Sender-Empfänger-Prinzip sondern als Konversation.

emphas.is

Was bekomme ich für meine 10, 20 oder 50 Dollar?

Karim Ben Khelifa: Für 10 Dollar bekommst du Zugang zu den Updates des Fotografen, zu seinen Videos, zu allem, was er mit dir teilen möchte, damit du verstehst, worum es bei der Sache geht, und das du nirgendwo sonst bekommst. Für mehr Geld bieten die Fotografen andere Anreize, damit ihr Projekt schneller finanziert ist. Das kann zum Beispiel eine Postkarte sein, ein Druck, ein Buch oder ein Vortrag.

Wie viele Projekte sind bisher finanziert worden, wie viele gescheitert?

Karim Ben Khelifa: Fünf sind finanziert worden, vier sind gescheitert und drei befinden sich gerade noch in der Finanzierungsphase. Vor zweieinhalb Monaten war Emphas.is noch Theorie, heute ist es Realität und die Leute sind sehr engagiert. Sie investieren mehr Geld, als wir erwartet haben.

Was wisst ihr über die Geldgeber? Wer sind sie?

Karim Ben Khelifa: Es ist eine Mischung aus sehr unterschiedlichen Gruppen. Da sind viele Leute, die an den Inhalten interessiert sind und verstanden haben, dass es wichtig ist, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Eine andere Gruppe sind Foto-Enthusiasten, die Zugang zu einem Reporter vor Ort bekommen wollen. Und dann gibt es auch Organisationen und Medien, die sich einbringen.

Es gibt auch Teams aus Fotografen und Schreibern …

Karim Ben Khelifa: Teams sind uns sehr willkommen. Fotografie ist ein sehr kleiner Markt, eine Nische, und durch Kollaborationen kann man eine größere Öffentlichkeit erreichen. Allerdings braucht es für Emphas.is einen visuellen Aspekt – Fotojournalismus, Video oder Multimedia.


Am Sonntag Dienstag gibt es hier ein Interview mit Tomas van Houtryve, dem ersten Fotografen, der ein Projekt bei Emphas.is finanziert hat und sagt: “Es ist ein Zeichen der Hoffnung.”

2.6.2011 · Bilder · · · ·

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