Top Ten unter 30: Hannes Jung

Wie ergeht es einer Familie, die 1992 nach Deutschland flüchtet und 16 Jahre später wieder abgeschoben wird, in den Kosovo? Hannes Jung hat die Berishas nach ihrer Abschiebung besucht. Seine Bilder zeigen Menschen im Unruhezustand. Sie sind fremd in dem Land, in dem sie leben sollen, ohne Arbeit und Perspektive. Nichts wünschen sie sich mehr als eine Rückkehr.

Hannes Jung wurde 1986 in Bremen geboren, er studierte Fotodesign in München und seit 2008 Fotografie in Hannover. Er wurde ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Kunstpreises des Landkreises Osterholz und dem Förderpreis des Deutschen Jugendfotopreis.

© Hannes Jung: Falsche Heimat

© Hannes Jung: Falsche Heimat

© Hannes Jung: Falsche Heimat

© Hannes Jung: Falsche Heimat

Wie bist du auf die Idee zu “Kosovo – falsche Heimat” gekommen?

Hannes: Die Reportage “Falsche Heimat” ist entstanden aus einem Projekt mit der Zeitenspiegel Reportageschule. Zusammen mit dem Journalisten Thomas Krause bin ich im Februar 2010 in den Kosovo gefahren, um über das konkrete Schicksal einer Familie nach der Abschiebung zu berichten.

Wie hast du die Reise organisiert und finanziert?

Hannes: Finanziert hat die erste Reise die Reportageschule. Über die NGO Pro Asyl haben wir Kontakt zu der Familie herstellen können. Zusätzlich habe ich die Familie im September 2010 auf eigene Rechnung ein zweites Mal besucht.

Hast du noch Kontakt zu Familie Berisha, weißt du, wie es ihnen heute geht?

Hannes: Der Kontakt steht weiterhin. Ihre Situation ist nahezu unverändert. Sie leben weiter in der Ungewissheit, wissen nicht, wie die Zukunft um Haus (müssen sie irgendwann wieder verlassen) und Arbeit (haben sie keine) aussieht. Eine absolut deprimierende Situation.

© Hannes Jung: Unser Hafenverein

© Hannes Jung: Unser Hafenverein

© Hannes Jung: Unser Hafenverein

Was zeichnet deinr Meinung nach einen guten Fotografen aus?

Hannes: Ausdauer, Interesse und Neugier an der Welt, einen starken Willen.

Welche Fotografen bewunderst du?

Hannes: Stephan Vanfleteren, Trent Parke, Anders Petersen, Jonas Bendiksen fallen mir zuerst ein.

Gibt es ein Ziel, das du als Fotograf erreichen möchtest?

Hannes: Wenn meine Fotos ein paar Menschen berühren, wäre ich froh. Auch wenn sich das etwas pathetisch anhört.

Das erste selbst geschossene Foto, das dir etwas bedeutet hat?

Hannes: Die Serie Winter Nights.

© Hannes Jung: Winter Nights

© Hannes Jung: Winter Nights

© Hannes Jung: Winter Nights

Was war deine erste Kamera?

Hannes: Eine analoge Olympus Kompaktkamera, die ich mit 14 bekommen habe, glaube ich.

Womit fotografierst du heute?

Hannes: Canon 5d MkII, Hexar AF, Bronica SQ-A und manchmal mit der Widelux.

Was ist dir wichtig, wenn du fotografierst?

Hannes: Sensibel mit den jeweiligen Personen umzugehen.

© Hannes Jung: Nuit Blanche

© Hannes Jung: Nuit Blanche

© Hannes Jung: Nuit Blanche

Mehr von Hannes Jung auf seiner Website oder auf Flare: Falsche Heimat und Winter Nights.

2.3.2011 · Bilder · ·

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