Top Ten unter 30: Andy Spyra

Andy SpyraEigentlich wollte er Soziologie studieren, doch sein Abi war zu schlecht: Nach mehreren Nebenjobs machte Andy Spyra, Jahrgang 1984, schließlich ein Praktikum bei einer Lokalzeitung und verfiel der Fotografie. Mittlerweile hat er unter anderem als erster Deutscher einen Getty Images Grant gewonnen.

Andys Serien aus Kaschmir und Bosnien zeigen das Leben und Leiden von Menschen in Konfliktregionen. Die Strecke “Hipstamatic”, aufgenommen mit einem iPhone und der App Hipstamatic, soll deutlich machen, dass die Kamera nur das allerletzte Glied in der Kette zu einem Foto ist.

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

© Andy Spyra: Bosnia

Andy, erklär mal, worum es in deinen Serien aus Kaschmir und Bosnien geht.

Andy: Die Kaschmir-Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem Alltag der Menschen auf der indischen Seite des Kaschmirtals, in dem ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt zwischen dem indischen Staat und der einheimischen Bevölkerung bereits zu viele Menschenleben gekostet hat. Die internationale Gemeinschaft weiß um die Menschenrechtssituation in Kaschmir, hält sich jedoch aus wirtschaftlichen Interessen Indien gegenüber zurück.

Das Projekt in Bosnien soll ein bleibendes Mahnmal sein, das an einen Genozid erinnert, der sich vor nur 15 Jahren nur 1000 Kilometer von Deutschland entfernt ereignet hat. Der Völkermord an den bosnischen Muslimen während des letzten Jugoslawienkrieges hat tiefe Spuren an Leib und Seele der Menschen hinterlassen.

Was zeichnet einen guten Fotografen aus?

Andy: Humanität.

Ein Ziel, das du als Fotograf erreichen möchtest …

Andy: Genau das möchte ich: Mit meiner Arbeit Menschen erreichen und bewegen.

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

© Andy Spyra: Hipstamatic

Welche Fotografen bewunderst du?

Andy: Ich bewundere niemanden, aber generell mag ich Fotografen, die mit ihrer Arbeit etwas sagen und bewegen wollen und ihre Fotografie diesem Ziel widmen.

Deine erste Kamera …

Andy: Nikon Coolpix 3200, Point and Shoot. Diese Kamera hat den Großteil meiner Jugend festgehalten und wurde dann 2006 würdig in den mexikanischen Bergen bei San Christobal beerdigt.

Womit fotografierst du heute?

Andy: In meiner Kameratasche sind eine DSLR, eine Holga, eine Leica sowie eine Xpan und ein paar Rollen triX. Und seit einer Woche ein iPhone, das wohl die Holga ersetzen wird …

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

© Andy Spyra: Kashmir

Was ist dir wichtig, wenn du fotografierst?

Andy: Der Kontakt zu den Menschen. Das Verhältnis zu Ihnen muss stimmen und im Idealfall von gegenseitigem Respekt gezeichnet sein. Die Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben mich in ihr Leben gelassen, wofür ich sehr dankbar bin. Ich fühle mich nicht nur deswegen Ihnen gegenüber zu Integrität verpflichtet.

Wobei musst du dich noch dringend verbessern?

Andy: Die Zeit, die ich brauche, die Oberfläche eines Themas abzuarbeiten, muss kürzer werden. Ich lerne das gerade hier in Bosnien.

Mehr von Andy Spyra gibt es auf seiner Website, beim Kollektiv enarro und auf Flare: “Mut, an die eigenen Geschichten zu glauben” und Palästina im Panorama.

8.3.2011 · Bilder · ·

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