Top Ten unter 30: Julius Schrank

Holzfäller, Waldbrände, Kohleabbau: In den Reportagen von Julius Schrank spielt die Natur eine große Rolle. Geboren 1984, studiert er heute Fotojournalismus an der FH Hannover und arbeitet oft in Amsterdam. Auch zurzeit ist das Kollektiv-25-Mitglied bei einer Tageszeitung in den Niederlanden beschäftigt.

In der Serie „Der heilige Berg Athos“ hat Julius Schrank zusammen mit Florian Manz das Leben in einer selbstverwalteten Mönchsrepublik in Griechenland dokumentiert. In zwei weiteren Reportagen beschäftigt er sich mit der Zerstörung der Wälder in Kanada – in „Canada Burning“ durch Waldbrände, in „Vom Bäumefällen“ durch Abrodung durch die Holzindustrie.

© Julius Schrank: Der heilige Berg Athos

© Julius Schrank: Der heilige Berg Athos

© Julius Schrank: Der heilige Berg Athos

Erklär mal, warum die Natur immer wieder eine so große Rolle in deinen Arbeiten spielt.

Julius: Zum einen war ich schon als Kind ständig draußen unterwegs, bin durch den Wald gerobbt und hab heimlich im Ententeich geangelt. Irgendwie hatte ich da immer Spaß dran. Das ist auch heute noch so. Zum anderen erschreckt es mich, wie unglaublich dämlich die Menschheit manchmal mit der Natur umgeht. Ich denke, die Fotografie ist ein gutes Mittel, um auf diese Probleme aufmerksam zu machen.

Was war das erste selbst geschossene Foto, das dir etwas bedeutet hat?

Julius: Das war ein Bild eines norwegischen Fjordes. Es war eine Nachtaufnahme mit einem dunkelblauen Himmel und einem Auto, das durch die lange Belichtungszeit einen hellen Strich am Ufer entlangzog. Ich habe das Bild im Urlaub mit einer analogen Kamera gemacht. Als ich dann zuhause das entwickelte Foto gesehen habe: Mann, ich war stolz wie Oskar!

© Julius Schrank: Vom Bäumefällen

© Julius Schrank: Vom Bäumefällen

© Julius Schrank: Vom Bäumefällen

Ein Ziel, das du als Fotograf erreichen möchtest …

Julius: In 50 Jahren noch mit Leidenschaft zu fotografieren.

Deine erste Kamera …

Julius: Natürlich die alte Minolta von meinem Vater… Nein, ich glaube das war eine Plastik-Kompaktkamera, die mir meine Eltern für eine Klassenfahrt nach Langeoog mitgegeben haben.

Womit fotografierst du heute?

Julius: 90 Prozent Canon digital, 10 Prozent Hasselblad analog.

© Julius Schrank: Kohle

© Julius Schrank: Kohle

© Julius Schrank: Kohle

© Julius Schrank: Kohle

Wo musst du dich noch dringend verbessern?

Julius: Der Chef der Zeitung bei der ich gerade arbeite sagt immer: Junge, mach mehr Hochformate. Nein, im Ernst: Manchmal verliere ich bei meinen Reportagen etwas den Fokus und fotografiere in tausend Richtungen. Ab und zu kommen da tolle Sachen bei rum, meistens sind diese Dinge für meine Geschichte jedoch nicht wichtig.

Was regt dich auf?

Julius: Dass es als Fotojournalist so schwierig ist, Geld für seine Bilder zu bekommen.

© Julius Schrank: Canada Burning

© Julius Schrank: Canada Burning

© Julius Schrank: Canada Burning

Mehr Fotos von Julius Schrank gibt es bei Kollektiv 25.

25.2.2011 · Bilder · ·

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