Lead Awards: Wagt mehr Mut beim Fotopreis!

© Ole Reißmann
Der Altersdurchschnitt liegt bei 56 Jahren: Bei der Verleihung der Lead Awards in Hamburg haben am Donnerstagabend fünf Fotografen “Gold” für ihre Arbeiten bekommen – keiner der Preisträger ist unter 30, der älteste geht auf die 80 zu. Das wäre nicht der Rede wert, Altersdiskriminierung muss nicht sein. Doch angesichts der prämierten Werke (die Links zu den Bildern gibt es weiter unten) muss ein wenig Klage sein: Wo sind die frischen, die frechen Ideen?
Ausgezeichnet wurden bei den Lead Awards, die in insgesamt 20 Kategorien auch für Magazine, Werbung und Web-Auftritte vergeben werden, natürlich künstlerisch herausragende Bilder relevanter Fotografen. Ihnen sei das Gold gegönnt, sie haben es verdient. Im Anspruch, die visuellen “Leader” des Jahres zu kühren, hat die Jury nicht viel falsch gemacht. Leider vergibt sie damit aber auch eine große Chance. Nämlich die, den rund tausend geladenen Gästen aus der Medienwelt, darunter etliche Chefredakteuren und Kreativ-Verantwortlichen, in der getränkefreien “Awardingzone” nicht nur das zu präsentieren, was eh schon allgegenwärtig und allgemein akzeptiert ist. Sondern Trends nachzuspüren.
Die Jury könnte mit ihrem fachkundigen Urteil Fotografen, womöglich junge, unterstützen, die eine neue Sprache, einen neuen Stil, neue Ideen mitbringen. Die nicht nur Qualität abliefern, sondern ebenso Unruhe und Verunsicherung in das Feld bringen.
- Portraitfotografie: Axel Hoedt (*1966), “Furchtbar komisch / Allemannische Fastnachtsverkleidungen” im Zeit Magazin, 12 Fotos auf Zeit Online
- Reportagefotografie: Olaf Unverzart (*1972), “Deutsche Szenen” im Zeit Magazin, 34 Bilder auf Zeit Online
- Mood- und Modefotografie: Peter Lindbergh (*1944), “Liebe, Hass, Wahnsinn / 30 Jahre Vogue”, 5 Bilder auf vogue.com
- Architektur- und Still-Life-Fotografie: Lee Friedlander (*1934), “America by Car” in Monopol, Ausstellungsbilder auf Fraenkel Gallery
- Foto des Jahres: Pete Souza (*1954), Bild zum Artikel “Die Obamas” in der Gala, ansehen auf kustmarkt.com
Wettbewerb
Deutschlands beste junge Fotografen — aus 150 Kandidaten ausgewählt.Zufälliger Beitrag
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