Putin und der Pinguin: Die fünf besten World-Press-Photo-Interviews 07/08

Screenshot; ©Bild im Bild: Brent Stirton, South Africa, Reportage by Getty Images for Newsweek

Es ist einer der bedeutendsten Fotopreise überhaupt: Beim World Press Photo Award werden Mitte Februar die besten Pressefotos der Welt ausgezeichnet. Die Sieger erzählen die Geschichten ihrer Bilder danach im Videointerview. Flare zeigt in einer Top-Fünf, welche Interviews aus 2007 und 2008 du gesehen haben musst.

Die besten Video-Interviews der World Press Photos und warum du sie dir ansehen solltest:

5. Erika Larsen (2008, Stories, 2nd Prize Sports Feature) über ihre Bilder amerikanischer Kinder bei der Jagd – weil sie die bewegende und zugleich schwer zu fassende Geschichte eines krebskranken Mädchens erzählt, deren letzter Wunsch es ist, jagen zu gehen.

4. Paul Nicklen (2007, Stories, 1st Prize Nature) über seine Fotoserie eines Seeleoparden auf Pinguinjagd – weil er deutlich macht, was für unvergessliche Momente und Beziehungen Fotografie schaffen kann, selbst zwischen einem Menschen und einem Raubtier.

3. Tim Clayton (2008, Stories, 1st Prize Sports Action Stories) über seine Reportage über altertümliches Bungee-Jumping und Travis Dove (2008, Stories, 3rd Prize Sports Feature) über seine Fotoarbeit im wohl verrücktesten Skatepark der Welt – weil Dove zeigt, wie es ein Student bei den World Press Photos aufs Siegertreppchen schafft. Und weil Clayton einem die Augen öffnet über die „traurige Realität“ der Medien, die solche Fotos nicht veröffentlichen und Fotografen zwingen, Geschichten selber zu finanzieren.

2. Platon (2008, Singles, 1st Prize Portraits Singles) über die wohl einzigen unabhängigen Portrait-Fotos von Wladimir Putin – weil er eine mitreißende Fotografengeschichte erzählt, über einen der mächtigsten Männer der Welt, der die Beatles liebt und sich eigentlich gar nicht im Foto portraitieren lässt.

1. Brent Stirton (2008, Singles, 1st Prize Contemporary Issues) über sein Bild von Parkwächtern im Kongo, die den aufgebahrten Leichnam eines Berggorillas tragen – weil Stirton zeigt, dass es möglich ist, „Crossover“-Bilder zu machen, die Umweltschutzaspekte thematisieren und zugleich auf eine menschliche Katastrophe hinweisen. Weil er deutlich macht, welche Kraft Fotojournalismus haben kann und welche Verantwortung er zugleich mit sich bringt.

Gorillas interessieren dich nicht, Wladimir Putin geht dir auf die Nerven und du findest es widerlich, einen Seelöwen zu fotografieren, der einen Pinguin zerfetzt? Schreib uns im Kommentar, welches der 43 World-Press-Photo-Interviews dir am besten gefällt – kann ja schließlich nicht jeder unserer Meinung sein.

22.1.2009 · Texte ·

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