Einmal Studio, Straße und zurück

Der Unterschied könnte kaum größer sein: Inszenierte Studiofotografie und spontane Straßenaufnahmen wirken oft geradezu gegensätzlich. Wie sich die beiden Genres trotzdem beeinflusst und dabei das Bilder der modernen Stadt geprägt haben, zeigt nun eine Ausstellung im Ruhrgebiet.

Die Kameras mussten nur klein genug werden: Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden Fotoapparate, die jedermann leicht mit sich tragen, verbergen und damit spontan Alltagsmomente festhalten konnte. So wurde die Straße zu einem zentralen Ort der urbanen Fotografie und machte dem Studio mit seinen inszenierten Porträts von nun an Konkurrenz.

Diese Geschichte, und wie sie weiterging, erzählt die Ausstellung „Street & Studio. Eine urbane Geschichte der Fotografie“ im Museum Folkwang in Essen. Zu sehen sind mehr als 300 Bilder aus dem 19. und 20. Jahrhundert, darunter Fotos von Diane Arbus, Cecil Beaton, Walker Evans, Irving Penn, Cindy Sherman, Jürgen Teller und Wolfgang Tillmans.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, inwiefern die Fotografie das Bild der modernen Metropole mit ihren unterschiedlichen sozialen Milieus geprägt hat. So zeigen auch ausgestellte Zeitschriften und Bücher, wie die Alltagswelt der Straße und die Welt der Prominenten als Ideal des Studios ineinander übergehen.

Es wird deutlich: Studio- und Straßenfotografie sind nicht nur Gegensatz, sondern haben sich auch gegenseitig beeinflusst mit grenzüberschreitenden Themen und Arbeitsmethoden. So sind Fotos zu sehen, die die Straße als Bühne nutzen, und Bilder, die die Dynamik der Straße ins Studio übertragen.

„Street & Studio. Eine urbane Geschichte der Fotografie“
vom 11. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009
im Museum Folkwang in Essen
Öffnungzeiten: Di. – So., 10 bis 18 Uhr; Mo. geschlossen
Eintritt: Standard 5,- Euro, ermäßigt 3,50 Euro

2.11.2008 · News · · ·

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