Frankierte Fantastereien

Montiert, verzerrt, doppelt belichtet: Schon vor etwa hundert Jahren tobten sich Fotografen mit technischen Tricks aus, um das Publikum zu begeistern – ihr Medium: die Postkarte. Die teilweise irrwitzigen Ergebnisse zeigt nun eine Ausstellung in Essen.
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts fanden viele Leute Landschafts-Postkarten scheinbar langweilig. Denn neben den Standard-Stadt- und Dorfaufnahmen waren damals sogenannte „Fantasie-Postkarten“ beliebt, auf denen sich die Fotografen kreativ auslebten. Mehr als 500 der kleinformatigen Kunstwerke präsentiert jetzt das Essener Museum Folkwang in der Ausstellung „Frankierte Fantastereien“.
Die Idee um das Jahr 1900: Die Bilder sollten nicht mehr nur dokumentieren, sondern unterhalten, etwa auf Glückwunsch- oder 1.-April-Karten. So schufen die Fotografen teils irrwitzige Motive, etwa mithilfe von Montagen, Doppelbelichtungen und Zerreffekten – Techniken, die damals noch nicht viele Leute kannten.
Während die Postkarte der Fotografie zu einem immer größeren Publikum verhalf, hatten die Fantasie-Motive zusätzlich prominente Fans und beeinflussten andere Fotografen und Künstler. So sammelten etwa Salvador Dalí und Paul Éluard die Karten. Andere, wie zum Beispiel Man Ray, nutzten sie als Inspiration oder Material für eigene Werke.
„Frankierte Fantastereien. Das Spielerische der Fotografie im Medium der Postkarte“
vom 19. Juli bis 21. September 2008
im Museum Folkwang in Essen
Öffnungzeiten: Di. – So., 10 bis 18 Uhr; Mo. geschlossen
Eintritt: Standard 5,- Euro, ermäßigt 3,50 Euro
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