Christian Fürst: Megalopolis India

“‘Indien auf dem Weg ins 21. Jahrhundert’, ‘Tata kauft Jaguar’, ‘Indien der Markt der Zukunft’ – Schlagworte, mit denen der Subkontinent heute fast ausnahmslos bedacht wird. Dass halb Indien oder gar drei Viertel des Landes entwicklungstechnisch noch im Mittelalter stecken, unterschlagen die Medien gerne. Ebenso gern wird verschwiegen, dass in dem Riesenland die Zahl der Analphabeten wegen der hohen Geburtenrate ständig wächst und damit auch die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Dass die große Mehrheit eben nicht von der Globalisierung profitiert.

Nach meinem Aufenthalt 1989 habe ich nach 18 Jahren die Mega-Cities Mumbai, Kolkata und New Delhi wieder bereist und ein Indien gefunden, das dem von damals in vieler Hinsicht zum Verwechseln ähnlich sieht. Freunde, die dort seit langem leben, berichten dennoch über die Fortschritte: Die Kaufkraft der Mittelklasse ist gestiegen, man kann heute eine Kaffeemaschine auf dem Markt kaufen, es gibt mehrere private Fluggesellschaften. Man kann reisen. Doch Teile desselben Landes werden von Konflikten zerrissen. Es herrscht offener Aufruhr. Davon hören wir nichts mehr. Es interessiert uns nicht. Und in all diesem Zwiespalt haben die Menschen eines nicht verlernt: zu lächeln.“

Christian Fürst (1)

© Christian Fürst: Megalopolis India

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© Christian Fürst: Megalopolis India

Christian Fürst, 61, ist einer der wenigen alten Hasen bei Flare. Er ist schreibender Journalist mit einer Passion für Musik und Fotografie, die ihn rund um die Welt begleitet hat. Menschenfotografie bedeutet für ihn auch immer menschliche Fotografie.

2.4.2008 · Bilder · ·

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